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NIS 2 Direktive

Die neue Direktive zur Cybersicherheit in kritischen Infrastrukturen könnte ein Damoklesschwert für den industriellen Mittelstand bedeuten.

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Cybersecurity in der Industrie

Bei dem Kongress am 6. Juli gaben Vertreter von Sicherheitsbehörden und Anbietern einen umfassenden Überblick über die Bedrohungslage; mit der Mahnung, Sicherheitskonzepte zu installieren und sich bei Angriffen an die Anlaufstellen zu wenden.

© shutterstock

Am 6. Juli veranstaltete die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg den Kongress „Cybersicherheit in der Industrie“. Welche Gefahren Unternehmen ausgesetzt sind, was Sicherheitsbehörden tun und welche Anlaufstellen es gibt, stand im Zentrum des vielfältigen Programms.

Zum Auftakt der Veranstaltung warnte der Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, Dr. Patrick Rapp, vor rund 90 Unternehmensvertretern vor der dramatisch zunehmenden Gefahr, die von Cyberangriffen ausgeht. „Diese Herausforderung muss sehr ernst genommen werden. Nur mit möglichst passgenauen, auf das eigene Unternehmen zugeschnittenen Sicherheitskonzepten, kann dieser Gefahr begegnet werden“, so Rapp.

Bereits heute verursachten kriminelle Angriffe aus dem Netz einen gewaltigen wirtschaftlichen Schaden. Der Staatssekretär verwies auf Zahlen des Digitalverbandes Bitkom, wonach allein Erpressungssoftware – so genannte Ransomware – im vergangenen Jahr in Deutschland einen Schaden von über 24 Milliarden Euro angerichtet habe. „Besonders schockierend finde ich, dass der Schaden, den Kriminelle mit ihren Angriffen anrichten, zunehmend größer wird“, so Rapp.

Laut Bitkom summierte sich der durch Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage verursachte Schaden 2021 auf 223 Milliarden Euro und war damit im vergangenen Jahr doppelt so hoch wie noch 2019 und bereits viermal so hoch wie 2017. „Für die Unternehmen steht sehr viel auf dem Spiel. Unwissenheit und Sorglosigkeit können und dürfen wir uns angesichts dieser Bedrohungslage nicht leisten“, so der Wirtschaftsstaatssekretär.

Cybersicherheits-Ökosystem unterstützt Unternehmen
Für den wirksamen Schutz vor Cyberangriffen gebe es kein Patentrezept. Deshalb, so der Staatssekretär, müsse jedes Unternehmen mit qualifizierter fachlicher Unterstützung sein eigenes, firmenspezifisches Sicherheitskonzept erstellen, umsetzen und beständig weiterentwickeln. Dafür stünde den Unternehmen in Baden-Württemberg bereits heute „ein gut funktionierendes Cybersicherheits-Ökosystem zur Seite“, so Rapp. Dazu gehörten die Sicherheitsbehörden, die Anbieter von Sicherheitstechnologie, eine Vielzahl von IT-Beratungsunternehmen, hoch qualifizierte Forschungseinrichtungen sowie die Kammern, Verbände und IT-Netzwerke. In diesem Zusammenhang wies Rapp auf die erst kürzlich vom Wirtschaftsministerium herausgegebene Übersicht zu den im Land zur Verfügung stehenden Beratungs- und Förderangeboten im Bereich Cybersicherheit hin.

Die Unternehmen im Land forderte der Staatssekretär auf: „Nutzen Sie diese Angebote. Investitionen in die Cybersicherheit liegen in Ihrem ureigenen Interesse.“ Ausdrücklich bedankte er sich für das große Engagement von Wirtschaftsverbänden wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der mit der bei ihm angesiedelten und vom Wirtschaftsministerium finanziell unterstützten Allianz Industrie 4.0 einen wichtigen Beitrag dazu leiste, gerade auch kleine und mittlere Unternehmen in der Industrie für das Thema zu sensibilisieren.

Intensiver Informations- und Erfahrungsaustausch
Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA im Landesverband Baden-Württemberg appellierte: „Gerade im Maschinen- und Anlagenbau sind Unternehmen beliebte Ziele von Cyber-Kriminellen. Die oft mittelständisch geprägten Unternehmen stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Umso wichtiger ist der intensive Informations- und Erfahrungsaustausch zu Angriffsmethoden, hierbei sind Netzwerke der IT-Experten zwischen Unternehmen besonders hilfreich. Dabei können Informationsangebote öffentlicher Stellen ebenfalls unterstützen. Gegenseitige Offenheit und Vertrauen spielen hier auf allen Seiten eine entscheidende Rolle.“

„Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Cybersicherheit zu einem Standortfaktor zu machen“, ermunterte der Staatssekretär die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stuttgarter Kongresses. „Im Aufbau einer eigenen leistungsfähigen Cybersicherheitsbranche in Baden-Württemberg liegt auch eine große ökonomische Chance, die wir jetzt ergreifen müssen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, lege das Wirtschaftsministerium auch zukünftig einen Schwerpunkt auf die Förderung der anwendungsnahen Forschung auf dem Gebiet der Cybersicherheit, die Unterstützung des Technologietransfers sowie die Förderung von IT-Start-ups.

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