Rota Yokogawa GmbH & Co. KG

Termingetreue Versandsteuerung mittels digitalem Pull-System

Name: Rota Yokogawa GmbH & Co. KG
Gründungsjahr: 1909
Mitarbeiterzahl: 220
Branche: Mess- und Regeltechnik
Ausgezeichnet: November 2015

 

Kompetenzen und Ausgangssituation

Rota Yokogawa GmbH & Co.KG ist ein führender Hersteller von Durchflussmessgeräten. Das Unternehmen bietet umfassende Automatisierungslösungen von Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik bis hin zu kompletten Automatisierungslösungen für die Prozessindustrie.
Die Rota Yokogawa GmbH & Co.KG verfügte bereits vor dem prämierten Projekt über ausgeprägtes Wissen bei physischen Produkten und Produktionsprozessen im Hinblick auf Industrie 4.0 Anwendungen und konnte dies vor dem Projekt noch in keinem Wertschöpfungs- und Unternehmensbereich einsetzen.

Industrie 4.0 bietet insbesondere für Herstellerbetriebe die Chance, Prozessabläufe effizienter zu gestalten und durch stärkere Verquickung von Informations- und Produktionstechnologie neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Nicht nur Großunternehmen, sondern auch mittelständische Firmen haben schon heute die Möglichkeit, die ersten Potentiale zu nutzen. Hierbei darf jedoch nicht übersehen werden, dass wir erst am Anfang der nächsten Industriellen Revolution stehen. Auf der anderen Seite hat die Geschwindigkeit bei der Lösung offener Fragen in den letzten 2 Jahren erheblich zugenommen. Mit ihr einher geht immer mehr auch die Erkenntnis, dass Industrie 4.0 die heutigen Organisationsstrukturen verändern wird. Rota Yokogawa hat im Jahr 2013 beschlossen, die Entwicklung aktivmit zugestallten. Der im Rahmen des Wettbewerbs „I4.0 -100 Orte in Baden-Württemberg“ vorgestellte Use Case ist ein Resultat dieser Bemühungen."
Andreas Dobratz, Geschäftsführer

Beweggründe für Industrie 4.0 Lösung                            

  • Verbesserung der Robustheit und Flexibilität
  • Verbesserung der Ressourceneffizienz
  • Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit


Kosten und Investitionen
50 - 200.000 €

Externe Partner

  • Dienstleister
  • Forschungseinrichtung
  • Lieferanten


Projektdauer
> 1 Jahr

 

Welches Problem adressiert die Industrie 4.0-Lösung?

Die Durchflussmessgerätelinie „ROTAMASS“ besitzt mehrere zehntausend Varianten. Die Herausforderung hierbei war, in dieser Produktionslinie ein System zu etablieren, mit dessen Hilfe der Versand unter Verwendung von Echtzeitdaten, die Aufträge gemeinsam mit der Produktion feinsteuern und termingerecht ausliefern kann. Darüber hinaus sollte die Auslastung der Mitarbeiter in der Versandabteilung besser geplant werden und der Flächenbedarf im Versand reduziert werden.

 

Wie gestaltet sich die konkrete Industrie 4.0-Lösung bei Rota Yokagawa?

Je nach Größe, des produzierten ROTAMASS Durchflussmessgerätes, ist eine unterschiedliche Packdauer und ein entsprechender Platzbedarf für die Verpackungsarbeiten notwendig. Die Industrie 4.0 Lösung zeigt alle sich in den letzten 7 Produktionsschritten befindlichen Geräte mit deren Größe und aktuellen Standort auf. Mit Hilfe dieser Transparenz ist es möglich zu prognostizieren, wann ein Gerät in dem Versand eintreffen wird. Bei der gesamten Digitalisierung handelt es sich um eine Echtzeit Darstellung. Der Versand und die Produktionssteuerung kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt die aktuelle Situation in der Produktionslinie einsehen und gegebenenfalls eingreifen, um beispielsweise ein einzelnes, für die Finalisierung eines Kundenauftrags noch fehlendes, Gerät priorisiert zu bearbeiten.
Für die ROTAMASS -Linie liefert dieser digitale Überblick die grundlegende Basis für die Detailplanung des Versands und der Synchronisation mit dem Lieferdatum. Für die drei größten Gerätetypen liefert diese Lösung die Grundlage für die Bestellung des Verpackungsmaterials. Dieses wird täglich durch den Lieferanten an die Verpackungslinie angeliefert. Durch die Produktion 4.0 Lösung konnte die Lagerhaltung minimiert und der vorhandene Lagerplatz optimaler genutzt werden.
Ein weiterer Aspekt ist, dass der größte Gerätetyp von zwei Mitarbeitern verpackt werden muss. Wird ersichtlich, dass ein solches Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt in dem Verpackungsbereich eintreffen wird, kann der Mitarbeitereinsatz dementsprechend angepasst werden.
Mit Hilfe der neuen Lösung konnten die Prozesse in der Produktionssteuerung, der  Versand- und Verpackungsabteilung des Warenausgangs bis hin zu dem Verpackungslieferanten optimiert werden. Darüber hinaus wurde die Schulung der Mitarbeiter an die sich stetig ändernden Arbeitsschritte optimal angepasst.

 

Welche Vorteile bringt die neue digitale Lösung im Vergleich zum herkömmlichen Ansatz mit sich?

Durch die neu errungene Transparenz ist es möglich, vorhandene Ressourcen zielgerichteter einzusetzen. Dies betrifft sowohl die bessere Planung der personellen Kapazitäten in der Linie und der Logistik als auch die optimalere Nutzung der vorhandenen Verpackungs- und Lagerflächen.
Vor der Etablierung des Systems war es nur unter großen Mühen möglich, Geräte, die verspätet in den Fertigungsprozess übergeben wurden, mit dem geplanten Versanddatum zu synchronisieren. Insbesondere bei Luftfrachtsendungen stellte dies im Hinblick auf Termintreue eine größere Herausforderung dar. Darüber hinaus war es nicht möglich den Arbeitsaufwand in der Versandabteilung verlässlich zu prognostizieren. Seit der Einführung dieser digitalen Prognose ist der Arbeitsaufwand der kommenden Tage für die Mitarbeiter transparenter geworden.

 

Wie verändert die Industrie 4.0-Lösung den Arbeitsalltag der Belegschaft bei Rota Yokogawa?

An jedem Arbeitsplatz muss sich der Werker mittels Codekarte anmelden. Das System prüft nicht nur, ob der Werker berechtigt ist an dem Arbeitsplatz zu arbeiten, sondern es meldet dem berechtigten Mitarbeiter sofort, wenn sich eine Änderung der Vorschriften bzw. des Arbeitsprozesses an seinem Arbeitsplatz ergeben hat. Dieser muss dann umgehend die Änderungen lesen und wenn er diese verstanden hat, am Terminal bestätigen. Dies hat den großen Vorteil, dass selbst bei Arbeiten mit Springern, diese immer auf dem letzten Stand von Veränderungen sind. Schulungen können so, zumindest teilweise, online umgesetzt werden. Die Fehlerrate von Montagetätigkeiten und damit die Qualität in der Linie konnte so nachhaltig verbessert werden.

 

Konkrete Ergebnisse  

Durch die Einführung entsteht ein ROI nach 2,5 Jahren. Weiterer Nutzen konnte bezüglich höherer Transparenz von Daten, Besserer Informationsbereitstellung und effizienteren Prozessen erzielt werden.

 

Welche Faktoren trugen zum Erfolg des prämierten Projektes bei?

Die externe Unterstützung durch das Fraunhofer IAO trug maßgeblich zum Erfolg des Projektes bei.

 

Welche Hemmnisse galt es zu überwinden?                        

  • Mitarbeiterqualifikation, fehlendes Fachwissen
  • Vergangenheitsbezogenes Denken

 

Lessons Learned

In Zukunft soll eine intensivere Vorbereitung stattfinden, welche Lasten- und Pflichtenheft beinhaltet, wie auch eine Verbesserung der verwendeten Definitionen.

 

Erfolgsstrategie für die Zukunft

Die Industrie 4.0 Lösungen werden weiterhin verfolgt. Die Rota Yokogawa GmbH & Co.KG hat einen systematischen Plan (Roadmap) für die Zukunft.

 

Kontakt

Rota Yokogawa GmbH & Co. KG
Rheinstraße 8
79664 Wehr

Webseite: tmi.yokogawa.com/de

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79664 Wehr
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