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KI zwischen Mythos und Realität

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Die Digitalisierung hat spürbare Auswirkungen, nicht nur auf betriebliche Prozesse. Die Digitale Transformation betrifft die gesamte Gesellschaft. Insbesondere Maschinelle Lernverfahren, häufig als Künstliche Intelligenz bezeichnet, stellen uns vor Herausforderungen im Umgang mit der Technologie. Immer drängender werden die Fragen, welche Entscheidungen wir den Algorithmen überlassen können und welche Grenzen für Künstliche Intelligenz notwendig sind.

Die Frage der Technikethik und den Technikfolgen sind häufig nicht die ersten, die man sich bei Projekten stellt. Dennoch sind es Fragen, die viele Umtreiben: Die Entwicklerinnen im Unternehmen, denen wichtig ist, „Gutes“ zu schaffen, den Mitarbeitern, die wissen wollen, wie der Roboter, mit dem sie täglich arbeiten, funktioniert, und letztlich diejenigen, die Risiken bewerten: Regulatoren, Prüferinnen, Versicherer.

Mit Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger konnten wir diskutieren, ob Maschinen ein Gewissen haben und wie sich Menschenrechte in der Technologie widerspiegeln können. In seinem interessanten Diskurs in die Ethik stellte er Voraussetzungen für den Einsatz von Technologie und im Besonderen von Entscheidungssystemen auf. Anschauliche Beispiele für Ethik-Laien halfen dabei, das theoretische Fundament in einen Kontext zu rücken. Seine These, dass das Gewissen des Menschen dazu führt, dass es keine „Hierarchien“ von regeln gibt, sondern dass Entscheidungen stets in der konkreten Situation individuell abgewogen werden müssen, führt dazu, dass einfache Hierarchisierungen die einzelnen Regeln eine Priorität geben, nicht funktionieren. Das bildet die Herausforderung, Maschinen ethisch entscheiden zu lassen!

Wenn es darum geht Technologie und Menschliches Verhalten gemeinsam zu beschreiben, ist „human in the loop“ das richtige Stichwort. Dazu stellte Prof. Dr. Sabine Pfeiffer die Wechselwirkungen von menschlichen Verhalten und den Algorithmen dar. Insbesondere statistische Fallstricke wurden von Ihr anschaulich präsentiert. Beispielsweise der Umstand, dass wenn die Datenmenge groß genug gibt, man irgendwelche Zusammenhänge – oder Korrelationen – sich schon finden lassen. Diese Weisheit aus der Statistik lässt aber per se keine ursächlichen Beziehungen der Daten zu. Gerade bei statistischen Lernverfahren ist das sehr wichtig, und benötigt Domänenwissen, um sinnvoll Daten auswerten zu können!

Um in der Diskussion die Praxis nicht zu vernachlässigen, stellte Prof. Dr. Marco Huber einige Leuchtturmprojekte aus Baden-Württemberg vor. Gerade in der Produktion konnten einige Erfahrungen gesammelt werden, wie mit maschinellen Lernverfahren Ressourcen, Zeit und damit Kosten gespart werden. Mittelstand und Forschung arbeiten hier eng zusammen!

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt hat, welche Kompetenzen in Zukunft gefragt sein werden, und wo die Technologie die Arbeitskraft des Menschen ersetzten wird, und wo nicht, konnten die Teilnehmer dann mit Prof. Dr. Rupert Felder diskutieren.

Welf Schröter, Mitinitiator des „Forums Soziale Technikgestaltung“ trat mit Teilnehmern und Referenten der Veranstaltung in eine Diskussion, und präsentierte Thesen, um die Technologie im Sinne des Menschen zu gestalten. Die ganzheitliche, offene Diskussion zwischen den einzelnen Fachdisziplinen, dem Abwägen zwischen praktischen Herausforderungen und theoretischen Leitlinien bekam eine große Resonanz unter den Teilnehmern, und führte zu einer lebhaften Debatte.

Es war eine spannende Veranstaltung, wir danken allen Beteiligten und freuen uns auf das nächste Mal!