Wie sich Unternehmen krisensicher aufstellen
In den letzten Jahren und bis heute haben Unternehmen externe Schocks zu bewältigen: Finanzkrise, Pandemie, Konjunkturflauten, Auswirkungen von Kriegen und anhaltende geopolitische Verwerfungen. Diese Entwicklungen zwingen Unternehmen dazu, Maßnahmen für mehrere Baustellen gleichzeitig ergreifen zu müssen.
Vor diesem Hintergrund hat die Allianz Industrie 4.0 eine Studie in Auftrag gegeben, die Unternehmen dabei unterstützen soll, sich resilient aufzustellen. Zudem wurde ein Self-Assessment-Tool entwickelt, dass Ist- und Sollzustand abgleicht, einen Überblick liefert und Handlungsempfehlungen abgibt.
Kurzstudie „Resilienz produzierender Unternehmen in Baden-Württemberg“
Die vorliegende Studie untersucht, wie produzierende Unternehmen in Baden-Württemberg ihre Resilienz gegenüber internen und externen Störungen systematisch bewerten und verbessern können.
Bei der Begrifflichkeit ist zu unterscheiden: Während Robustheit von einem gleichbleibenden Systemzustand ausgeht, erlaubt Resilienz Zustandsänderungen des Produktionssystems. Resilienz vereint somit Resistenz gegenüber Störungen im Sinne einer schnellstmöglichen Einnahme von Gleichgewichtszuständen mit der Fähigkeit, den Systemzustand anzupassen, wenn bleibende Umweltveränderungen dies erfordern.
Ziel der Studie ist die Entwicklung eines praxisorientierten, branchenübergreifenden Leitfadens zur Steigerung der industriellen Resilienz in Baden-Württemberg. Vor diesem Hintergrund adressiert die Studie folgende Fragestellungen:
- Von welchen Einflussfaktoren sind Unternehmen in Baden-Württemberg betroffen und wie stark wirken sich diese auf ihre Leistungsfähigkeit aus?
- Welche Maßnahmen eignen sich besonders gut für den Umgang mit den relevantesten Einflussfaktoren und wie lassen sie sich praxisnah einordnen?
Zur gezielten Verbesserung der Resilienz sollten Unternehmen nicht unmittelbar mit Einzelmaßnahmen beginnen, sondern zunächst ihre spezifische Ausgangssituation analysieren. Hierzu gehört die Bewertung zentraler Einflussfaktoren, die Einschätzung der eigenen Bewältigungsfähigkeit sowie die Ermittlung bestehender Reifegradlücken auf den Ebenen Produktionsnetzwerk, Fabrik und Maschine.
Für Unternehmen wird es entscheidend sein, Resilienz nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlichen Entwicklungsprozess zu verstehen. Das entwickelte Reifegradmodell kann hierfür als Ausgangspunkt dienen.
Self-Assessment: Reifegradmodell – Resilienz im Maschinenbau
Das Reifegradmodell dient als Self-Assessment-Tool und ermöglicht Unternehmen eine systematische Einordnung ihres aktuellen Ist-Zustands. Gleichzeitig werden die strategischen Zielsetzungen des jeweiligen Unternehmens berücksichtigt. Dadurch kann nicht nur bewertet werden, wie resilient ein Unternehmen in einzelnen Handlungsfeldern derzeit aufgestellt ist, sondern auch, welche Bereiche aus strategischer Sicht besonders relevant sind. Im Mittelpunkt steht somit die Identifikation der größten Lücken zwischen dem aktuellen Reifegrad und dem angestrebten Zielzustand.
Der Aufbau des Reifegradmodells folgt einer mehrstufigen Logik. Zu Beginn beantworten die teilnehmenden Unternehmen zunächst grundlegende demografische Fragen, beispielsweise zu Umsatz, Unternehmensgröße und Branche. Auf dieser Basis können nachfolgende resilienzbezogene Fragen gezielt gefiltert und an die jeweilige Unternehmenssituation angepasst werden. Anschließend erfolgt die Bewertung einzelner resilienzbezogener Fragestellungen auf einer Skala von 1 bis 4. Diese Skala beschreibt den jeweiligen Reifegrad eines Unternehmens in einem konkreten Themenfeld. Ergänzend dazu bewerten die Unternehmen für jede Fragestellung die strategische Priorität, ebenfalls auf einer Skala von 1 bis 4, von niedriger bis hoher Priorität.
>>> Die Kurzstudie kann kostenlos hier heruntergeladen werden.



