Allianz Industrie 4.0 feiert 5 Jahre gelebte Digitalisierung in Unternehmen

Über 150 ausgezeichnete Industrie 4.0-Leuchttürme in Baden-Württemberg // KI rückt zukünftig noch stärker in den Fokus

Die Digitalisierung in die Breite des industriellen Mittelstandes zu bringen, gehört zu den Hauptaufgaben der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg. Die Bilanz der ersten fünf Jahre Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg sowie ein Ausblick auf die Zukunft standen im Blickpunkt einer Feierstunde im Neuen Schloss in Stuttgart.

„Die Chancen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, sind enorm. Deshalb ist es so entscheidend, dass wir unseren Mittelstand und die Beschäftigten schnellstmöglich für diesen Strukturwandel fit machen. Die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, betonte Dr. Nicole Hoffmeister Kraut, Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg. Das Land habe gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbänden die Initiative auf den Weg gebracht, um Baden-Württemberg als weltweit führende Region für Industrie 4.0 zu etablieren und insbesondere kleine und mittelständischen Firmen (KMU) in Richtung Industrie 4.0 zu begleiten.

Im Zeitraum von 2015 bis 2018 haben die kleineren Betriebe in der Anwendung digitaler Basistechnologien aufgeholt und einen Sprung um 25 % vollzogen. Dies geht aus den Ergebnissen zum Industrie 4.0-Readiness-Index des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI hervor. „Damit zeigt sich, dass die Allianz Industrie 4.0 mit ihren Aktivitäten und Angeboten richtig liegt“, sagte Dr. Manfred Wittenstein, Sprecher der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg. Für ihn bleibe Industrie 4.0 ein Umsetzungsthema, das in den nächsten Jahren weiter forciert werden müsse. „Die Vernetzung über Unternehmens­grenzen hinweg, wird dabei ein zentrales Erfolgskriterium sein“, so Dr. Manfred Wittenstein.

Industrie 4.0 Scouting

Beraten, Qualifizieren und vor allem das Umsetzen sind entscheidende Handlungsfelder und stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten der Allianz Industrie 4.0. Daher hat sie ein Industrie 4.0-Scouting für KMU initiiert. Das geförderte Beratungsprogramm vor Ort unterstützt Betriebe, die Schwelle zur Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und ‑modelle zu überschreiten. Das Industrie 4.0-Scouting hat bereits etwa 40 Industrieunternehmen mit konkreten Umsetzungsprojekten den Schritt in die Digitalisierung geebnet. „Dies ist ein wichtiger Beitrag, den baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau in die Zukunft zu führen“, erläuterte Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg.

Leuchttürme für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg

Der durch die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg initiierte, fortlaufende Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ zeichnet herausragende Ideen aus Industrie und Wissenschaft aus, die das Potenzial von Industrie 4.0 voll ausschöpfen. Bislang wurden über 150 Beispiele aus Industrie und Wissenschaft im Land prämiert. Die prämierten Lösungen sind Inspiration und Orientierung für viele Unternehmen auf ihren eigenen Wegen der digitalen Transformation.
Einer der Gewinner – die KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG – präsentierte auf der Veranstaltung, wie Industrie 4.0 sowohl im Produktportfolio als auch in der internen Anwendung erfolgreich eingesetzt wird.

Industrie 4.0 als Wegbereiter für Künstliche Intelligenz

In Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen stecken viel Potenzial für Industrieunternehmen. Daher rücken diese Themen in Zukunft noch stärker in den Fokus. Um einen leichteren Einstieg in das Thema KI besonders für KMU zu ermöglichen, hat die Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg relevante Fragen in prägnanter Form beantwortet. Bereits heute thematisiert das Onlineportal FAQ KI unter anderem mögliche Einsatzgebiete für KI-Anwendungen, den zu erwartenden Nutzen, notwendige Voraussetzungen und praktische Hinweise zur Umsetzung.

Fotograf: Werner Kuhnle